Der Blick weitet sich bis 2030

Vorwort des Präsidenten

Vorwort de

Daniel Hofer

Präsident
Stiftung Klimaschutz und
CO₂-Kompensation KliK

Kurz vor Weihnachten 2018 lehnte der Nationalrat das zuvor intensiv beratene neue CO₂-Gesetz gänzlich ab. Was sagt uns das im Hinblick auf unsere Bemühungen, wirksamen Klimaschutz mit marktgerechten, liberalen Massnahmen zu betreiben?

Zum einen, dass Klimaschutz, wenn er teuer zu werden verspricht und im Alltag spürbar, das heisst einschränkend, nicht so einfach zu haben ist, wie dies das klare Ergebnis der Abstimmung über die Energiestrategie des Bundes im Mai 2017 hätte vermuten lassen. Zum anderen, das wird vor allem rund um die Diskussionen über Inland- und Auslandmassnahmen im Klimaschutz deutlich, dass die Emissionen von Treibhausgasen in erster Linie ein globales Thema sind und sich diese nur mit international abgestimmten Instrumenten wirkungsvoll eindämmen lassen.

In unserer global vernetzten Welt haben Massnahmen keinen Bestand, welche die Schweizer Bevölkerung allein treffen und unsere Wirtschaft im Wettbewerb mit Anbietern aus Ländern mit weniger ehrgeizigen Klimazielen benachteiligen. Sie führen ­letztlich nur dazu, dass Produktionskapazitäten und damit Arbeitsplätze in Länder mit günstigeren Rahmenbedingungen abwandern.

Sinnvoll wäre daher die Fortführung des bisherigen Klima­schutzes mit seinen im aktuellen CO₂-Gesetz breit abgestützten Instrumenten, gepaart mit einer massvollen Anpassung der heute geltenden Ziele und Grenzwerte. Es ist nun die politische Aufgabe der beiden parlamentarischen Kammern, die schwierige Gratwanderung zwischen hoch gesteckten Klimaschutzzielen und realen Verhältnissen bei Bevölkerung und Wirtschaft zu bewältigen. Man darf annehmen, dass die Schweizerinnen und Schweizer bereit sind, etwas mehr Geld für den Klimaschutz auszugeben, solange sie keine echte Verhaltensänderung an den Tag legen müssen.

Unsere Aufgabe als Stiftung ist und bleibt es auch im derzeit unsicheren Umfeld, nach besten Kräften einen griffigen und effizienten Klimaschutz zu unterstützen.


Daniel Hofer

Präsident Stiftung Klimaschutz und
CO₂-Kompensation KliK

Plattform Verkehr

in französischer Sprache

Ökologisch unterwegs mit dem öV

Wir setzen im öffentlichen Nahverkehr seit 2015 ausschliesslich auf Hybridfahrzeuge und sind mit deren Leistung und Zuverlässigkeit sehr zufrieden.


Nicolas Melly

Betriebsleiter Bus du Soleil, 3960 Siders

Biotreibstoffe

Das Programm umfasst den Import sowie die Inlandproduktion von Biodiesel, hydrierten Pflanzenölen (HVO) und Bioethanol, sofern diese die Bedingungen zur Befreiung von der Mineralölsteuer erfüllen. Dabei ist unerheblich, ob der Biotreibstoff in reiner Form oder als Beimischung zu einem fossilen Treibstoff vertrieben wird.

Das gemeinsam mit der Stiftung KliK entwickelte und von Biofuels Schweiz betriebene Programm läuft seit dem 1. Januar 2014. Per Ende 2018 waren 20 Vorhaben im Programm auf­genommen. 2018 wurden 32’426 Bescheinigungen für das Jahr 2015 ausgestellt. Die für 2017 verifizierten 364’000 Tonnen CO₂-Emissions­reduktion wurden vom Bundesamt für Umwelt noch nicht bestätigt. Bis 2020 rechnen wir mit der Lieferung von insgesamt rund 2 Mio. Bescheinigungen.

zum Programm

Elektro- und Hybridbusse

Das Programm umfasst den Ersatz fossil betriebener Busse durch rein elektrisch betriebene Busse ohne Oberleitung (Elektrobusse), Hybridbusse, Plug-In-Hybridbusse und Elektrofahrzeuge mit Range Extender. Zugelassen sind nur Neufahrzeuge.

Das von der Stiftung myclimate entwickelte Programm wurde im Mai 2014 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Per Ende 2018 waren 7 Vorhaben im Programm aufgenommen. Für das Jahr 2017 wurden 313 Bescheinigungen ausgestellt. Bis 2030 rechnen wir mit der Lieferung von insgesamt 18’000 Bescheinigungen.

zum Programm

Umlagerung Strasse auf Bahn

Das gemeinsam mit der Stiftung KliK entwi­ckelte und von der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) betriebene Programm umfasst die Umlagerung von Gütertransporten von der Strasse auf die Bahn.

Das Programm wurde im Februar 2014 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Per Ende 2018 waren 21 Vorhaben im Programm aufgenommen. Für das Jahr 2017 wurden erneut über den Erwartungen liegende 17’696 Bescheinigungen ausgestellt. Bis 2020 rechnen wir mit der Lieferung von insgesamt 91’000 Bescheinigungen.

zum Programm

Elektrische schwere Nutzfahrzeuge

Das gemeinsam mit der Stiftung KliK entwickelte und von der Energie-Agentur der Wirtschaft (EnAW) betriebene Programm umfasst den Ersatz fossil betriebener schwerer Nutzfahr­zeuge durch rein elektrisch betriebene.

Das Programm wurde im Februar 2014 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Per Ende 2018 waren 3 Vorhaben im Programm aufgenommen. Für das Jahr 2017 wurden 194 Bescheinigungen ausgestellt. Bis 2020 rechnen wir mit der Lieferung von insgesamt 1’100 Bescheini­gun­gen.

zum Programm

Optimierung Reifendruck

Das Programm fördert die Einstellung des Reifendrucks um 0.3 bar über den vom Hersteller empfohlenen Komfortreifendruck bei Services und/oder Reifenwechseln in einer Garage. Dadurch verringert sich der Rollwiderstand und damit der Treibstoffverbrauch.

Das gemeinsam mit der Stiftung KliK entwickelte und vom Auto Gewerbe Verband Schweiz (AGVS) betriebene Programm wurde im Januar 2016 vom Bundesamt für Umwelt registriert. In 2018 wurde rund 150’000-mal bei Fahrzeugen ein erhöhter Reifendruck eingestellt. Für das Jahr 2016 wurden 754 Bescheinigungen ausgestellt. Bis 2020 rechnen wir mit der Lieferung von insgesamt 10’000 Bescheinigungen.

zum Programm

Einzelprojekte

Projekte

Drei Projekte stehen in der Plattform Verkehr unter Vertrag. Die Projekteigner erhielten für 2014 bis 2017 importierten, von der Mineralölsteuer befreiten Biodiesel insgesamt 23’400 Bescheinigungen ausgestellt. Bis 2020 rechnen wir mit der Lieferung von weiteren 880’000 Bescheinigungen.

Selbst durchgeführte Projekte

Von den ehemaligen Projekten der Stiftung Klimarappen, welche von der Stiftung KliK als selbst durchgeführte Projekte unterstützt werden, gehört eines zur Plattform Verkehr. Bei diesem geht es um die Verbesserung der Aerodynamik von Nutzfahrzeugen. Für das Jahr 2017 wurden daraus vom Bundesamt für Umwelt 330 Tonnen CO₂-Emissionsreduk­tionen angerechnet.

zu Projekten

Kennzahlen

Vertragliche Wirkung
4.00
Mio. t
Vertraglicher Mitteleinsatz
350
Mio. Fr.
Kosten pro Gutschrift
88
Fr. /t CO₂

Plattform Unternehmen

 

Klimafreundlich gekühltes Fleisch

Der vorzeitige Ersatz der Kälteanlage in unserem Betrieb war ein richtiger Entscheid. Wir profitieren nun auch von einem deutlich tieferen Strom- und Wasserverbrauch.


Nicole Berchtold

Geschäftsleiterin Metzgerei Berchtold, 6343 Rotkreuz

Senkenleistung Schweizer Holz

Verbautes Holz kann gemäss CO₂-Verordnung als einziger CO₂-Speicher Bescheinigungen erzeugen. Die bescheinigungsfähige Senken­leistung entspricht dabei der Mehrproduktion von Schweizer Holzprodukten gegenüber der erwarteten Referenz-Produktionsent­wicklung der Gesamtbranche.

Das vom Verein „Senke Schweizer Holz“ betriebene Programm läuft seit dem 1. Januar 2014. Für das Jahr 2017 wurden mit 344’273 erneut deutlich mehr Bescheinigungen ausgestellt als erwartet. Bis 2020 rechnen wir mit der Lieferung von weiteren rund 1 Mio. Bescheinigungen.

zum Programm

Klimafreundliche Kälte

In der Schweiz existiert eine grosse Zahl stationärer Kälteanlagen für industrielle und gewerbliche Anwendungen, z.B. für die Kühl­ketten der Detailhandelsfirmen. Diese ver­ursachen über den Lebenszyklus einer Anlage beträchtliche Emissionen äusserst treibhauswirksamer Kältemittel. Trotz der bestehenden Regulierung durch die Chemikalien-Risikore­duktions-Verordnung können erhebliche Mengen an Emissionen durch gezielte Anreize vermieden werden, indem die Anlagen vorzeitig auf klimafreundliche Kältemittel wie CO₂ oder Ammoniak umgerüstet werden.

Ein erstes von der Stiftung KliK entwickeltes Programm zum vorzeitigen Ersatz stationärer HFKW-Kälteanlagen wurde im Februar 2015 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Zwei weitere Programme wurden im Juli 2016 registriert (i) zum Ersatz von HFCKW-Anlagen anstelle ihrer Umrüstung auf HFKW-Kältemittel sowie (ii) zum Neubau klimafreundlicher Anlagen bei kleinen Verkaufsformaten wie Tankstellen-Shops.

Per Ende 2018 waren 133 Vorhaben in die Programme aufgenommen. Bis 2030 erwarten wir die Ausstellung von insgesamt 329’060 Bescheinigungen. Für die Jahre 2015 und 2016 wurden insgesamt 870 Bescheinigungen ausgestellt.

zum Programm

Reduktion von Methan in Abwasser­reinigungsanlagen

Abwasserreinigungsanlagen emittieren beträchtliche Mengen an Methan. Als wichtigste Quellen zu nennen sind der Methanschlupf bei der Biogasaufbereitung und die Emissionen bei der Entwässerung und Stapelung von Klärschlamm. Die Methankonzentrationen in diesen Abluftströmen sind typischerweise zu klein für eine energetische Nutzung. Der Ertrag aus dem Verkauf der Bescheinigungen gibt einen Anreiz, die Methanströme zu fassen und in bestehenden Schlammverbrennungsanlagen oder Blockheizkraftwerken zu zerstören.

Das von South Pole entwickelte Programm wurde im September 2014 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Per Ende 2018 waren 12 Vorhaben im Programm aufgenommen. Für das Jahr 2017 wurden 8’024 Bescheinigungen ausgestellt. Wir rechnen mit der Lieferung von insgesamt 40’000 Bescheinigungen bis 2020.

zum Programm

Deponiegas

In der Schweiz existieren zahlreiche Deponien, aus welchen methanhaltiges Deponiegas in die Atmosphäre entweicht, weil die Methan­konzentration mittlerweile so gering ist, dass das entstehende Gas mit herkömmlichen Fackeln nicht mehr verbrannt werden kann. Meist besteht keine direkte Auflage zur weiteren Zerstörung des Methans; die Emissionen können aber über die Installation und den Betrieb von Schwachgasfackeln weiter eliminiert werden. Dies kann mit einer Aerobisierung in-situ gekoppelt werden, bei welcher durch Sauerstoffeintrag die Methanbildung im Deponiekörper selbst vermieden wird.

Das von der Stiftung KliK entwickelte Programm wurde im Juni 2015 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Per Ende 2018 waren 14 Vorhaben im Programm aufgenommen. Für das Jahr 2016 wurden 4’140 Bescheinigungen ausgestellt. Bis 2030 erwarten wir die Ausstellung von insgesamt 117’000 Bescheinigungen.

zum Programm

Rezyklieren von Kunststoffen

Das Programm ermöglicht den Aufbau einer Logistikkette zur separaten Sammlung von Kunststofffraktionen in Haushaltsabfällen, die heute in der KVA verbrannt werden, zu deren Aufbereitung in einem Sortierwerk sowie zur anschliessenden stofflichen Wiederver­wendung in neuen Produkten. Mischfraktionen werden als Ersatzbrennstoff in der Zement­industrie verwendet, wo sie konventionelle fossile Brennstoffe ersetzen.

Das von South Pole entwickelte Programm befand sich wie zu Ende des Vorjahrs unverändert beim Bundesamt für Umwelt in Prüfung.

Lachgasreduktion in Abwasserreinigungs­anlagen

In Abwasserreinigungsanlagen kann es zu beträchtlichen Emissionen von Lachgas (N₂O) kommen. Diese können gezielt vermieden werden durch Reduktion der Stickstofffracht in den Abwässern.

Das von INFRAconcept entwickelte Programm befand sich Ende des Berichtsjahrs beim Bundesamt für Umwelt in Prüfung. Bis 2020 rechnen wir mit der Lieferung von 7’500 Bescheinigungen.

Einzelprojekte

Zerstörung von Deponiegas

Nur ein Projekt dieser Kategorie steht unter Vertrag. Für die Jahre 2016 und 2017 wurden 2’169 Bescheinigungen ausgestellt. Zuvor waren 9’116 Bescheinigungen an dieses und ein weiteres, mittlerweile eingestelltes Projekt ausgestellt worden. Bis 2030 rechnen wir mit der Lieferung von zusätzlichen 7’500 Be­scheinigungen.

Lachgasreduktion bei der Klärschlamm­verbrennung

Bei der Verbrennung von Klärschlamm entstehen substantielle Mengen Lachgas, welche ­thermisch zerstört werden können. Zwei entsprechende Projekte wurden vom Bundesamt für Umwelt registriert. Für die Jahre 2016 und 2017 wurden 18’874 Bescheinigungen ausgestellt. Wir erwarten insgesamt die Lieferung von 71’500 Bescheinigungen bis 2020.

Reduktion von SF₆

Ein Projekt zum Ersatz von SF₆ durch SO₂ in der Herstellung von Magnesium-Bauteilen lieferte 10’478 Bescheinigungen. Seit 2017 werden die SF₆-Emissionen aus diesem Prozess gesetzlich reguliert.

Abfackelung von Methan bei Wartungs­arbeiten

Die Transitgas AG betreibt das Schweizer Teilstück der Erdgashochdruckleitung, welche die Gasfelder Nordeuropas mit Italien ver­bindet. Das Projekt besteht darin, das enthal­tene Methan im Streckenabschnitt Ruswil–­Mauensee, welches bei Wartungsarbeiten in die Atmosphäre gelangen würde, einerseits durch Umpumpen in die Parallelleitung zu befördern, andererseits durch Abfackeln mittels einer mobilen 100 MW Fackel klimafreundlich zu zerstören. Das Projekt wird voraus­sichtlich erst 2022 realisiert.

zu Projekten

Mehrleistungen aus Zielvereinbarungen

Unternehmen, welche vor 2013 von der CO₂-Abgabe auf Brennstoffen befreit waren oder ab 2013 die Befreiung erlangten, wurde ein jeweils befristetes Kaufangebot für Mehrleistungen unterbreitet. Per Ende 2018 machten 368 Unternehmen von dem Angebot Gebrauch. 

Im Laufe des Berichtsjahrs wurden zum Stückpreis von 100 Fr. 159’318 Bescheinigungen für in den Jahren 2013 bis 2017 erzielte Mehrleistungen geliefert (Vorjahr: 156’002 Bescheinigungen). Insgesamt rechnen wir bis 2020 mit der Lie­ferung von rund 1,4 Millionen Bescheinigungen.

zum Programm

Bescheinigungen für Emissionsverminde­rungen in 2008 bis 2012

Im Laufe des Berichtsjahrs wurden 45’597 Bescheinigungen zum Stückpreis von 50 Fr. geliefert.

Kennzahlen

Vertragliche Wirkung
6.75
Mio. t
Vertraglicher Mitteleinsatz
555
Mio. Fr.
Kosten pro Gutschrift
82
Fr. /t CO₂

Plattform Gebäude

Heizen mit Seewasser

Die Förderbeiträge der Stiftung unterstützen uns, den Wärmeverbund See voranzutreiben und auch grössere Siedlungsgebiete CO₂-neutral mit Energie zu versorgen.


Thomas Lottenbach

Präsident Korporation Weggis, 6353 Weggis

Gebäudeautomation

Die Gebäudeautomation (GA) verringert den Energieverbrauch von Gebäuden um 20 bis 30 Prozent und trägt zu einer wesentlichen Steigerung des Komforts bei. Das Programm fördert die Aufrüstung fossil beheizter Gebäude von den GA-Effizienzklassen C (heutiger Standard bei Neubauten) oder D der SIA-Norm 386.110 zu den Klassen A oder B mit defi­nierten Beiträgen pro m² Energiebezugsfläche.

Das von der Stiftung KliK entwickelte Programm ist seit Anfang 2015 in Betrieb und wurde mangels Erfolg Ende 2017 eingestellt. Es wurden 13 Vorhaben im Programm aufgenommen. Für das Jahr 2017 wurden 134 Beschei­ni­gungen ausgestellt. Bis 2020 erwarten wir die Ausstellung von 2’300 Bescheinigungen.

zum Programm

Elektronische Heizkörperthermostate Danfoss

Das von South Pole zur Förderung des elektronischen Heizkörperthermostats der Firma Danfoss entwickelte Programm vergünstigt den Kaufpreis des Geräts um 15 Fr. Die Geräte ermöglichen eine optimale Beheizung dank einer automatischen Temperaturabsenkung während der Nacht und verhindern das Heizen während des Lüftens. Damit werden in fossil beheizten Mehrfamilienhäusern Emissionsreduktionen bis zu 20% erzielt.

Das Programm wurde im Oktober 2016 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Per Ende 2018 sind rund 9'000 Geräte verkauft worden. Für das Jahr 2017 wurden noch keine Be­scheinigungen beantragt. Bis 2020 erwarten wir die Lieferung von 5’800 Bescheinigungen.

zum Programm

Wärmeverbünde

Die Umsetzung kleiner Wärmeverbünde als Kompensationsprojekt lohnt im Regelfall wegen der damit verbundenen hohen Transaktions­kosten nicht. Die Stiftung KliK hat deshalb die folgenden Programme zur Förderung von Wärmeverbünden entwickelt: (i) Nutzung von Abwärme aus Abwasser (vom Bundesamt für Umwelt im August 2015 registriert), (ii) Nutzung von Umweltwärme aus Grund-, Trink-, Fluss- und Seewasser (Dezember 2016), (iii) industrielle Hochtemperatur-Abwärme (September 2017), (iv) Niedertemperatur-Abwärme (Feb­ruar 2017), (v) Abwärme aus KVA (September 2017), (vi) Wärmeerzeugung mit Biomasse-Feuerungen (März 2017), (vii) Erweiterungen bestehender Wärmenetze (September 2017).

Per Ende 2018 waren 26 Vorhaben in den ­verschiedenen Programmen aufgenommen. Für das Jahr 2017 wurden 221 Bescheinigungen ausgestellt Wir erwarten insgesamt die Ausstellung von rund 400’000 Bescheinigungen bis 2030.

zum Programm

Warmwassersparen

Mit Wasserspardüsen in Duschbrausen und Wasserhähnen kann der Verbrauch fossiler Energieträger zur Warmwassererzeugung reduziert werden. Das von der Stiftung myclimate entwickelte Programm fördert den Einsatz von Wasserspardüsen in Hotels, Heimen und grösseren Überbauungen sowie die vergünstigte Abgabe von effizienten Duschbrausen.

Das Programm wurde im Oktober 2015 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Per Ende 2018 waren 151 Vorhaben im Programm aufgenommen. Für das Jahr 2017 wurden 3’970 Bescheinigungen ausgestellt. Bis 2030 rechnen wir mit der Lieferung von insgesamt 79’000 Bescheini­gungen.

zum Programm

Mobile Heizungen

Mobile Heizungen werden vermehrt auf Baustellen zur schnelleren Bauaustrocknung oder zur Sicherstellung eines besseren Arbeitsklimas eingesetzt. Auch im Eventbereich zur Zeltbeheizung sind sie weit verbreitet. Mobile Heizungen werden fast ausschliesslich mit fossilen Brennstoffen betrieben. Neuerdings gibt es auch mit Holzpellets betriebene Geräte.

Ein von der Stiftung KliK entwickeltes Programm zur Förderung solcher Geräte wurde im August 2015 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Per Ende 2018 waren 301 Vorhaben im Programm aufgenommen. Für das Jahr 2017 wurden 5’461 Bescheinigungen ausgestellt. Bis 2030 erwarten wir die Ausstellung von insgesamt 247’000 Bescheinigungen.

zum Programm

Betriebsoptimierung

Das von energo entwickelte Programm fördert den Einsatz eines Energiemanagementsystems in Mietgebäuden und wurde im Juni 2016 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Bis 2020 erwarten wir die Lieferung von 17’000 Bescheinigungen.

zum Programm

Wandbrausen

Das von Sinum entwickelte Programm fördert den Vertrieb wassersparender Wandbrausen in Sportanlagen und wurde im November 2016 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Bis 2020 erwarten wir die Lieferung von 2’600 Bescheinigungen.

zum Programm

Wärmepumpen

Das von der Stiftung myclimate entwickelte Programm fördert den Ersatz fossiler Wärme­erzeugungsanlagen durch Wärmepumpen und wurde im Juni 2017 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Bis 2030 erwarten wir die Lieferung von 5’200 Bescheinigungen.

zum Programm

Einzelprojekte

Projekte

Die Stiftung KliK hat im Berichtsjahr 4 weitere Wärmeverbünde unter Vertrag genommen, womit die Gesamtzahl per Ende 2018 auf 76 stieg. Die Wärmeverbünde nutzen erneuerbare Energiequellen sowie Abwärme und ersetzen in den angeschlossenen Gebäuden fossile Heizungen (Öl- oder Gasheizungen). Bis 2030 erwarten wir die Lieferung von 965’000 Bescheinigungen.

Selbst durchgeführte Projekte

Auch hier handelt es sich in erster Linie um mit erneuerbaren Energien oder Abwärme gespeiste Wärmeverbünde. Bis Ende 2018 wurden der Stiftung KliK 1’002’617 Tonnen CO₂-Emissionsverminderungen für die Jahre 2013 bis 2017 angerechnet. Bis 2020 erwarten wir die Anrechnung von insgesamt 1,55 Millionen Tonnen CO₂-Emissionsverminderungen.

zu Projekten

Kennzahlen

Vertragliche Wirkung
1.72
Mio. t
Vertraglicher Mitteleinsatz
188
Mio. Fr.
Kosten pro Gutschrift
109
Fr. /t CO₂

Plattform Landwirtschaft

Noch grosses Potenzial

Die Stiftung will mithelfen, den Acker für Klimaschutz in der Landwirtschaft zu bestellen. Noch ist die Saat erst teilweise aufgegangen.


Marco Berg

Geschäftsführer, Stiftung KliK

Methanreduktion aus der enterischen Fermentation von Milchkühen

Das Programm möchte Futtermittelzusätze fördern, welche die Produktion von Methan in den Mägen von Milchkühen reduzieren. Auf Grundlage eines grösseren Feldversuchs, der die Wirkung des Programms belegen sollte, wurde im August 2017 ein revidierter Programm­antrag zur Registrierung eingereicht. Dieser befand sich Ende des Berichtsjahrs beim Bundesamt für Umwelt noch immer in Prüfung.

Lachgasreduktion aus Stickstoffdüngung

Das Programm fördert die Beimischung von Nitrifikationshemmern zu Düngemitteln. Diese reduzieren indirekt die Lachgasemissionen, indem weniger Stickstoff in Form von Ammo­niak ausgetragen wird, und direkt, weil we­niger Stickstoffdünger eingesetzt werden muss.

Das von First Climate (Switzerland) AG ent­wickelte Programm wurde im September 2016 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Für die Jahre 2016 bis 2018 (teilweise) wurden 5’063 Bescheinigungen ausgestellt. Wir erwarten die Lie­ferung von 22’000 Bescheinigungen bis 2020.

zum Programm

Landwirtschaftliche Biogasanlagen

Bei der Viehhaltung anfallende Gülle verursacht Methanemissionen, welche durch kontrollierte Sammlung und Vergärung der Gülle in Biogasanlagen vermieden werden können. Zusätzlich zur Methanvermeidung kann durch die Nutzung des Biogases in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme erzeugt werden. Eine solche Nutzung wird jedoch meist bereits mittels der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV) gefördert und ist daher nicht Teil des Kom­pensationsprogramms.

Das von Ökostrom Schweiz entwickelte Programm wurde im Juli 2017 vom Bundesamt für Umwelt registriert. Wir erwarten die Lieferung von 206’000 Bescheinigungen bis 2030.


zum Programm

Einzelprojekte

Landwirtschaftliche Biogasanlagen

Vor der Registrierung des Programms «Landwirtschaftliche Biogasanlagen» wurden im Rahmen von drei Projektbündeln 21 Biogas­anlagen umgesetzt. Wir erwarten daraus die Lieferung von 258’000 Bescheinigungen bis 2030. Bisher wurden 47’937 Beschei­nigungen geliefert.

Kompogasanlagen

Kompogasanlagen fermentieren biogene Abfälle aus industriellen Prozessen oder kommunaler Sammlung in einem geschlossenen Reaktor und unter anaeroben Bedingungen. Das entstehende Biogas wird gefangen und in einer WKK-Anlage zu Strom und Wärme verarbeitet. Anrechenbar sind dabei die vermiedenen Methanemissionen, welche beim Zerfall bzw. der Kompostierung der Abfälle entstehen würden. Zudem kann die Wärme aus der WKK-Anlage Heizöl substituieren. Zwei solcher Anlagen wurden als Kompensationsprojekte beim Bundesamt für Umwelt registriert. Wir rechnen mit der Lieferung von 9’500 Bescheinigungen bis 2018 (Ende der Kreditierungsperiode). Bisher wurden 6’401 Bescheinigungen geliefert.

zu Projekten

Kennzahlen

Vertragliche Wirkung
0.10
Mio. t
Vertraglicher Mitteleinsatz
15
Mio. Fr.
Kosten pro Gutschrift
151
Fr. /t CO₂

International

Projekte im Ausland

Das Pariser Klimaabkommen bietet völlig neue Grundlagen für eine ernsthafte und glaubwürdige internationale Zusammenarbeit im Kampf gegen die globale Bedrohung durch den Klimawandel.


Mischa Classen

Leiter Ausland, Stiftung KliK

Hintergrund

Die Schweiz hat sich im Rahmen des Pariser Übereinkommens verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2030 um 35% gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren; bis 2030 sollen sie halbiert werden.

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Die Schweiz hat sich im Rahmen des Pariser Übereinkommens verpflichtet, ihre Treibhausgasemissionen im Durchschnitt der Jahre 2021 bis 2030 um 35% gegenüber dem Stand von 1990 zu reduzieren; bis 2030 sollen sie halbiert werden. Der Bundesrat sieht im Entwurf zur ­Revision des CO₂-Gesetzes vor, im nächsten Jahrzehnt im Ausland Emissionsverminde­rungen zu bewirken, die jährlich höchstens 10% des Emissionsniveaus von 1990 entsprechen, in der Summe rund 50 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalent.

Diese Emissionsverminderungen sollen von den Treibstoffimporteuren im Rahmen der Kom­pensationspflicht in Form internationaler Bescheinigungen beigebracht werden. Grundlage für die Ausstellung solcher Bescheinigungen, die als Internationally Transferred Mitiga­tion Outcomes (ITMOs) bezeichnet werden, bildet Artikel 6 des Pariser Übereinkommens. Dieser sieht vor, dass ein Land Emissionsver-min­derungen in einem anderen Land bewirken und an die eigene Zielerreichung anrechnen kann. Die ausführenden Bestimmungen zu Artikel 6 konnten 2018 an der Klimakonferenz in Kattowitz nicht wie geplant verabschiedet werden; die Entscheidung über sie wurde auf die Klimakonferenz 2019 in Santiago vertagt.

Das derzeit im Parlament in Beratung befind­li­che CO₂-Gesetz wird die Anforderungen an internationale Bescheinigungen näher spezifizieren, insbesondere in Bezug auf die Gewähr­leistung der Umweltintegrität und den Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung.

Aktivitäten

Die Aktivitäten der Stiftung KliK im Berichtsjahr orientierten sich an den Vorarbeiten der Stiftung Klimarappen im Hinblick auf die dem Bund zugesicherte Unterstützung von Pilotaktivitäten unter Artikel 6 des Pariser Über­einkommens.

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Die Aktivitäten der Stiftung KliK im Berichtsjahr orientierten sich an den Vorarbeiten der Stiftung Klimarappen im Hinblick auf die dem Bund zugesicherte Unterstützung von Pilotaktivitäten unter Artikel 6 des Pariser Über­einkommens. Seit 2016 wurden dabei erste Erfahrungen gesammelt, wie den Anforderungen nach Artikel 6 Rechnung getragen und wie mit ITMOs transferierenden Ländern im Rahmen eines bilateralen Abkommens Einigkeit über die Spielregeln hergestellt werden kann.

Im Mai 2018 begann die Stiftung KliK mit Aufschaltung der Website international.klik.ch den Dialog mit interessierten Gruppen. Sie dient als Kommunikationsmittel (Newsletter) und Ausschreibungsportal. Im Laufe des Jahres wurden von drei Partnern auf Einladung der Stiftung KliK mögliche Aktivitäten skizziert, die 2019 weiterentwickelt werden sollen: (i) nationales Biogasprogramm in Senegal, (ii) Garan­tiefazilität für den Zugang zu erneuerbarer Energie in Ghana, (iii) Kreditgarantien für KMUs in Peru.

Jahresrechnung

 
Betriebsrechnung

Bilanz per 31. Dezember

Erläuterungen

2018

2017

Aktiven


CHF

CHF

Flüssige Mittel


14'855'333.68

523'801.37

Wertschriften

2.1

138'467'965.37

112'221'805.37

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten


45'005'286.00

27'420'923.95

Übrige kurzfristige Forderungen gegenüber Dritten


6'012'788.05

3'588'677.20

Aktive Rechnungsabgrenzungen


9'200.00

9'602.00

Total Umlaufvermögen


204'350'573.10

143'764'809.89

Emissionsgutschriften

2.2

1.00

1.00

Total Anlagevermögen


1.00

1.00

Total Aktiven


204'350'574.10

143'764'810.89





Passiven




Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Dritten


2'875'651.95

13'614'125.00

Übrige kurzfristige Verbindlichkeiten gegenüber Dritten


2'352'281.60

672'509.50

Kurzfristige Rückstellungen Projekte

2.3

211'472'385.00

136'908'164.00

Passive Rechnungsabgrenzungen


754'979.00

499'539.85

Total kurzfristiges Fremdkapital


217'455'297.55

151'694'338.35

Langfristige Rückstellungen Projekte

2.4

467'584'514.00

375'257'667.00

Total langfristiges Fremdkapital


467'584'514.00

375'257'667.00

Total Fremdkapital


685'039'811.55

526'952'005.35

Stiftungskapital


50'000.00

50'000.00

Freies Kapital – Vortrag erarbeitetes freies Kapital


– 383'237'194.46

– 430'214'098.45

Freies Kapital – Stiftungsergebnis


– 97'502'042.99

46'976'903.99

Total Organisationskapital

2.5

– 480'689'237.45

– 383'187'194.46

Total Passiven


204'350'574.10

143'764'810.89

Betriebsrechnung

Erläuterungen

2018

2017



CHF

CHF

Erhaltene Beiträge Kompensationsgemeinschaft


162'666'197.70

98'571'078.50

Ertragsminderungen


– 703'674.75

– 415'986.00

Erlöse aus Lieferungen und Leistungen




– Ertrag aus Dienstleistungen an Dritte


202'000.00

253'800.00

Betriebsertrag


162'164'522.95

98'408'892.50

Aufwand Programme

2.6

– 252'376'402.95

– 56'670'648.35

Aufwand Drittleistungen Programme

2.7

– 868'060.75

– 640'493.85

Personalaufwand


– 944'913.20

– 856'287.85

Übriger Betriebsaufwand

2.8

– 511'950.10

– 455'989.70

Betriebsaufwand


– 254'701'327.00

– 58'623'419.75

Betriebliches Ergebnis


– 92'536'804.05

39'785'472.75

Finanzertrag

2.9

1'762'601.35

7'842'977.67

Finanzaufwand

2.10

– 7'069'172.04

– 1'008'365.18

Finanzergebnis


– 5'306'570.69

6'834'612.49

Ausserordentlicher Ertrag

2.11

430'346.60

425'201.75

Ausserordentlicher Aufwand

2.12

– 89'014.85

– 68'383.00

Ausserordentliches Ergebnis


341'331.75

356'818.75

Jahresergebnis (vor Zuweisung an Organisationskapital)


– 97'502'042.99

46'976'903.99

Zuweisung / Verwendung




– Freies Kapital


– 97'502'042.99

46'976'903.99



0.00

0.00

Geldflussrechnung

2018

2017


CHF

CHF

Jahresergebnis

– 97'502'042.99

46'976'903.99

(Abnahme)/ Zunahme Rückstellungen

166'891'068.00

– 35'460'861.00

Abnahme /(Zunahme) Wertschriften

– 26'246'160.00

– 17'260'060.99

Abnahme /(Zunahme) Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

– 17'584'362.05

386'196.85

(Abnahme)/ Zunahme Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

– 10'738'473.05

2'316'487.95

Abnahme /(Zunahme) übrige kurzfristige Forderungen



­und aktive Rechnungsabgrenzungen

– 2'423'708.85

– 2'046'587.93

(Abnahme) / Zunahme übrige kurzfristige Verbindlichkeiten



­und passive Rechnungsabgrenzungen

1'935'211.25

– 1'019'018.60

Geldfluss aus Betriebstätigkeit

14'331'532.31

– 6'106'939.73

Geldfluss aus Investitionstätigkeit

0.00

0.00

Geldfluss aus Finanzierungstätigkeit

0.00

0.00

Veränderung der flüssigen Mittel

14'331'532.31

– 6'106'939.73

Bestand flüssige Mittel per 1.1.

523'801.37

6'630'741.10

Bestand flüssige Mittel per 31.12.

14'855'333.68

523'801.37

Nachweis Veränderung der flüssigen Mittel

14'331'532.31

– 6'106'939.73

Rechnung über die Veränderung des Kapitals 2018

Bestand 1.1.

Zuweisungen

Verwendung

Total Veränderung

Bestand 31.12.


CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

Organisationskapital






Stiftungskapital

50'000.00

0.00

0.00

0.00

50'000.00

Freies Kapital

– 383'237'194.46

0.00

97'502'042.99

– 97'502'042.99

– 480'739'237.45

Total Organisationskapital

– 383'187'194.46

0.00

97'502'042.99

– 97'502'042.99

– 480'689'237.45

Rechnung über die Veränderung des Kapitals 2017

Bestand 1.1.

Zuweisungen

Verwendung

Total Veränderung

Bestand 31.12.


CHF

CHF

CHF

CHF

CHF

Organisationskapital






Stiftungskapital

50'000.00

0.00

0.00

0.00

50'000.00

Freies Kapital

– 430'214'098.45

46'976'903.99

0.00

46'976'903.99

– 383'237'194.46

Total Organisationskapital

– 430'164'098.45

46'976'903.99

0.00

46'976'903.99

– 383'187'194.46

Anhang

I. Allgemeines

Firma, Rechtsform und Sitz des Unternehmens
Name:
Stiftung Klimaschutz und CO₂-Kompensation KliK
Rechtsform: Stiftung
Sitz: Zürich

Die Stiftung Klimaschutz und CO₂-Kompensation KliK besteht seit dem 7. Dezember 2012 (Eintrag Handelsregister) und hat am 1. Januar 2013 ihre operative Tätigkeit aufgenommen.

Die Stiftung KliK wurde von der Erdöl-Vereinigung gegründet und bezweckt die Erfüllung der Aufgaben einer Kompensationsgemeinschaft im Sinne von Artikel 27 CO₂-Gesetz. Sie ist von den ihr angeschlossenen kompensationspflichtigen Mineralölgesellschaften beauftragt, die Kompensationspflicht mittels direkter oder indirekter Finanzierung, Unterstützung, Planung und Umsetzung von Kompensationsmassnahmen in der Schweiz zu erfüllen, die gemäss den Vorschriften des CO₂-Gesetzes anrechenbar sind. Dafür bezahlen diese der Stiftung ein kostendeckendes Entgelt.


1. Angaben über die in der Jahresrechnung angewandten Grundsätze

Die vorliegende Jahresrechnung erfolgt in Übereinstimmung mit dem Rechnungslegungsstandard Swiss GAAP FER inkl. FER 21.

Zusätzlich werden darin die gemäss des Schweizerischen Rechnungslegungsrechts (32. Titel des Obligationenrechts) verlangten Informationen abgegeben.

1.1 Wertschriften

Die Wertschriften des Umlaufvermögens wurden zum Marktwert per Bilanzstichtag bilanziert. Auf die Bildung einer Schwankungsreserve wird verzichtet.

1.2 Emissionsgutschriften

Die Stiftung verfügt auf ihrem Konto im Schweizer Emissionshandelsregister per 31.12.2018 über insgesamt 4'312'740 Emissionsgutschriften. Davon werden dem Bund jedes Jahr die für die Erfüllung der jährlichen Kompensationspflicht benötigten Gutschriften ohne Gegenleistung übertragen.

1.3 Kompensationspflicht

Die Kompensationspflicht beträgt für das Jahr 2018 8% der im Berichtsjahr in der Schweiz in den Verkehr gesetzten fossilen Treibstoffe. Für die Erfüllung der Kompensationspflicht 2017 müssen 786'276 der gemäss Ziff. 1.2 verfüg­ba­ren Emissionsgutschriften eingesetzt werden.

1.4 Aktivierungsuntergrenze von Investitionen in Sachanlagen

Anschaffungen werden bilanziert ab einem Einzelbetrag von CHF 10'000 und wenn diese langfristigen Charakter haben. Die Bewertung erfolgt zu Anschaffungskosten abzüglich aufgelaufener Abschreibungen und Wertberichtigungen. Die Sachanlagen werden linear über die Nutzungsdauer von 5 Jahren abgeschrieben.

1.5 Erhaltene Beiträge Kompensationsgemeinschaft

Die Mineralölgesellschaften, für welche die Stiftung KliK die Kompensationspflicht erfüllt, bezahlen der Stiftung ein Entgelt. Dieses deckt sämtliche Kosten, die der Stiftung im Zusammenhang mit der Erfüllung der Kompensationspflicht entstehen. Die Umsatzlegung erfolgt auf der Grundlage der Meldung der Carbura (Pflichtlagerorganisation der schweizerischen Mineralölwirtschaft) über die kompensationspflichtige Menge der von den Teilnehmern der Kom­pen­sationsgemeinschaft in der Schweiz in Verkehr gebrachten Treibstoffe.

1.6 Rückstellungen

Mit der Unterzeichnung von Projektverträgen zum Erwerb von Emissionsgutschriften wurden kurz- sowie langfristige Zahlungsverpflichtungen eingegangen; die Summe der kurz- und langfristigen Zahlungsverpflichtungen aus den unterzeichneten Verträgen ist per Bilanzstichtag zurückgestellt.

II. Angaben zu Bilanz- und Betriebsrechnungspositionen

2.1 Wertschriften

2018

2017

Obligationen Schweiz

23'447'654.00

18'177'038.00

Obligationen Ausland

56'470'600.00

44'004'710.00

Aktien Schweiz

16'648'384.00

14'179'789.00

Aktien Ausland

24'231'626.00

21'743'230.00

Immobilien Schweiz

17'669'701.37

14'117'038.00

Total Marktwert der Wertschriften

138'467'965.37

112'221'805.00

Kursanpassung an Marktwert

5'218'473.77

12'080'397.67

Total Anschaffungskosten Wertschriften

133'249'491.60

100'141'407.33

Das Wertschriften-Portfolio wird nach Massgabe des vom Stiftungsrat am 11. Januar 2013 genehmigten Anlagereglements bewirtschaftet.

2.2 Emissionsgutschriften

Die für die Kompensationspflicht bis Ende 2020 benötigten Emissionsgut­schriften werden dem Bund, wie unter 1.2 und 1.3 beschrieben, ohne Gegen­leistung übertragen und sind deshalb pro memoria mit CHF 1.– bilanziert.

2.3 Kurzfristige Rückstellungen Projekte

2018

2017

Einzelprojekte

59'811'581.00

46'053'984.00

Plattform Verkehr

73'251'380.00

39'641'260.00

Plattform Unternehmen

75'116'530.00

49'115'600.00

Plattform Gebäude

2'032'430.00

1'572'920.00

Plattform Landwirtschaft

1'260'464.00

524'400.00

Total kurzfristige Rückstellungen Projekte

211'472'385.00

136'908'164.00

2.4 Langfristige Rückstellungen Projekte

2018

2017

Einzelprojekte

191'246'497.00

106'551'977.00

Plattform Verkehr

107'543'040.00

158'655'560.00

Plattform Unternehmen

107'381'281.00

98'513'660.00

Plattform Gebäude

28'771'148.00

7'560'720.00

Plattform Landwirtschaft

32'642'548.00

3'975'750.00

Total langfristige Rückstellungen Projekte

467'584'514.00

375'257'667.00

2.5 Organisationskapital

Das Total Organisationskapital weist per 31. Dezember 2018 eine buchmässige Überschuldung aus. Dies ist zum einen damit begründet, dass die Verpflich­tungen aus Projektverträgen bis 2020 bereits vollumfänglich zurückgestellt sind, die Erträge der von den Teilnehmern der Kompensationsgemeinschaft bis 2020 vertraglich zugesicherten Beiträge hingegen nur für die aktuelle Berichtsperiode berücksichtigt sind. Zudem sind die mit den Verpflichtungen aus Programmen und Projekten erworbenen Emissionsgutschriften im Anlagevermögen nur pro memoria mit CHF 1.- bilanziert, da die für die Erfüllung der Kompensationspflicht jährlich benötigten Emissionsgutschriften dem Bund ohne Gegenleistung übertragen werden. Aus der rollenden Cashflow-Planung geht hervor, dass die Stiftung ihre Verbindlichkeiten bis zum Ende der Kompensationspflicht im Jahr 2020 erfüllen kann. Der Stiftungsrat hat daher von der Erstellung einer Zwischen­bilanz laut Art. 84a ZGB abgesehen.

2.6 Aufwand Programme

2018

2017

Einzelprojekte

129'747'118.60

– 41'584'588.10

Plattform Verkehr

– 11'834'703.10

81'496'696.35

Plattform Unternehmen

82'534'567.05

16'349'980.00

Plattform Gebäude

22'516'557.55

– 1'432'689.90

Plattform Landwirtschaft

30'162'312.00

1'841'250.00

Auslandzertifikate

120'550.85

0.00

Total Aufwand Programme

253'246'402.95

56'670'648.35

Die Aufwandsminderungen in 2018 betrifft die Plattform Verkehr und begründet sich durch die Auflösung der nicht mehr be­nötigten Rückstellung aus dem Vorjahr. Im Vorjahr sind die Aufwands­minderungen bei den Einzelprojekten und der Plattform Gebäude durch den selben Sachverhalt begründet.

2.7 Aufwand Drittleistungen Programme

2018

2017

Beratungsaufwand Dritte

93'179.10

73'895.65

Kommunikationsaufwand Dritte

150'409.40

98'777.25

Vollzugskosten Dritte

620'754.00

454'663.05

Übriger Aufwand Drittleistungen

3'718.25

13'157.90

Total Drittleistungen Programme

868'060.75

640'493.85

2.8 Übriger Betriebsaufwand

2018

2017

Raumaufwand

44'499.30

45'204.80

Transportaufwand

12'533.45

18'847.50

Unterhalt, Reparatur



und Ersatz mobile Sachanlagen

15'914.50

2'136.05

Verwaltungs- und IT-Aufwand

308'873.20

219'297.75

Kommunikationsaufwand

118'829.50

158'467.35

Übriger Aufwand

11'299.55

12'036.25

Total übriger Betriebsaufwand

511'949.50

455'989.70

2.9 Finanzertrag

2018

2017

Wertschriftenertrag (Dividenden, Zinsen)

1'762'601.35

1'721'321.75

Realisierte Gewinne aus Kurs-



­veränderungen von Wertschriften

0.00

917'489.35

Nicht realisierte Gewinne aus Kurs-



­veränderungen von Wertschriften

0.00

5'204'166.57

Total Finanzertrag

1'762'601.35

7'842'977.67

2.10 Finanzaufwand

2018

2017

Zinsaufwand

342.85

517.30

Bank- und Postkontospesen

1'712.28

610.08

Wertschriftenaufwand (Geb./Komm.)

203'884.59

240'225.33

Realisierte Verluste aus Kurs-



­veränderungen von Wertschriften

0.00

52'075.54

Nicht realisierte Verluste aus Kurs-



­veränderungen von Wertschriften

6'863'232.32

714'906.93

Total Finanzaufwand

7'069'172.04

1'008'335.18

2.11 Ausserordentlicher Ertrag

2018

2017

Ausserordentlicher Ertrag

430'346.60

425'201.75

Nachbelastungen an Mitglieder der Kompensationsgemeinschaft gemäss Schlussabrechnung von Carbura über die jeweils im Vorjahr in Verkehr gesetzten Treibstoffe sowie im 2018 Erlöse aus dem Verkauf von Bescheinigungen an die Erfüllung der Kompensationspflicht Dritter von CHF 75'750.-. Der ausser­ordentliche Ertrag im Vorjahr betrifft ebenfalls Nachbelastungen an Teil­nehmer der Kompensationsgemeinschaft gemäss Schlussabrechnung von Carbura für die in 2016 in Verkehr gesetzten Treibstoffe sowie Erlöse aus dem Verkauf von Bescheinigungen an die Erfüllung der Kompensationspflicht Dritter von CHF 60'600.-.

2.12 Ausserordentlicher Aufwand

2018

2017

Ausserordentlicher Aufwand

89'014.85

68'383.00

Der ausserordentliche Aufwand beinhaltet, wie bereits im Vorjahr, hauptsächlich Gutschriften an Teilnehmer der Kompensationsgemeinschaft gemäss Schlussabrechnung von Carbura über die jeweils im Vorjahr in Verkehr gesetzten Treibstoffe.

III. Weitere Angaben

3.1 Eventualverbindlichkeit

Bei Nichteinhaltung der gesetzlichen Kompensationspflicht ist für jede fehlende Tonne CO₂ eine Sanktionszahlung von CHF 160 an den Bund zu leisten. Eine Nichteinhaltung der Kompensationspflicht könnte im Jahr 2020 eintreten, dies ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt jedoch noch nicht verlässlich abschätzbar.

3.2 Entschädigung an die Mitglieder des Organs

2018

2017

Stiftungsrat

150'017.00

131'250.00

Mit der Geschäftsführung ist eine Person betraut.

3.3 Entschädigung an die Revisionsstelle

2018

2017

Revision

27'600.00

25'000.00

Weitere Dienstleistungen

5'400.00

5'400.00

3.4 Vollzeitstellen

Die Anzahl der Vollzeitstellen lag im Berichtsjahr sowie im Vorjahr im Jahresdurchschnitt nicht über 10.

3.5 Verfügungsbeschränkung

2018

2017

Verfügungsbeschränkung flüssige Mittel

15'000.00

15'000.00

3.6 Genehmigung Jahresrechnung 2018

Die Jahresrechnung wurde vom Stiftungsrat an seiner Sitzung vom 3. Juni 2019 genehmigt.

 
Betriebsrechnung

In Kürze

Auftrag der Stiftung

Die Stiftung KliK handelt als Kom­pensationsgemeinschaft im Auftrag von derzeit 43 Mineralölgesellschaften. Diese sind verpflichtet, von 2013 bis 2020 durchschnittlich 5% der bei der Nutzung von Benzin und Diesel entstehenden CO₂-Emissionen zu kompensieren. Um deren Pflicht zu erfüllen, muss die Stiftung nach­weislich 6,5 Mio. Tonnen CO₂ mittels vom Bund bewilligter Schweizer Klimaschutzprojekte reduzieren.

Dafür zahlen die Mineralölgesellschaften der von der Erdöl-Vereinigung gegründeten Stiftung KliK ein kos­tende­ckendes Entgelt. Die Kosten der Kompen­sation werden auf 1,5 Rp. pro Liter Treibstoff geschätzt. Insgesamt stehen der Stiftung KliK rund eine Milliarde Franken zur Verfügung.

Kennzahlen


in Mio. CHF

2018

2017

Beiträge Kompensationsgemeinschaft

162.0

98.2

Jahresergebnis

–97.5

47.0

Aufwand Geschäftsstelle

1.5

1.3

Finanzergebnis

–5.3

6.8

Wertschriften 1

138.5

112.2

Kurzfristige Rückstellungen 2

211.5

136.9

Langfristige Rückstellungen 2

467.6

375.3

Organisationskapital 3

–480.7

–383.2

Teilnehmer Kompensationsgemeinschaft

43

43

Mitarbeitende (Stellenprozent)

580

515

Die Jahresrechnung erfolgte in Übereinstimmung mit dem Rechnungslegungs-
standard Swiss GAAP FER inkl. FER 21.

So funktioniert
CO₂-Kompensation

Schritt für Schritt erklärt: mit der Schautafel >



In gut drei Minuten Bescheid wissen: mit dem Video zum Thema >

Stand Erfüllung Kompensationspflicht




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